Rohstoffe für Naturhaardecken

Warum sind Sie so begehrt?

Wolle und Haare sind ein erlesener Rohstoff mit ganz besonderen Eigenschaften.

Wolle und Edelhaare sind Keratinfasern tierischem Ursprungs mit einem komplexem Aufbau und ganz besonderen Eigenschaften. Ihre besonderen Eigenschaften machen Sie so begehrt.

Welche Eigenschaften sind das und warum?

In Millionen von Jahren hat die Evolution dafür gesorgt, dass die Tiere optimal Ihrem jeweiligen
Lebensraum angepasst wurden und in einer natürlichen Auslese überleben konnten.

Die Wollen und Haare als äußeren Schutz mit Ihren besonderen Merkmalen müssen demnach einige Funktionen erfüllen um bestmöglich den jeweiligen klimatischen Bedingungen wie Kälte, Schnee, Regen, Eis, Wind, Feuchtigkeit, Hitze, Temperatur und Sonne zu trotzen und das Überleben der Tiere zu ermöglichen.

Auf der einen Seite müssen Sie dem Körper Wärme geben, reflektieren und speichern ohne dass der Körper
überhitzt, andererseits muss gewährleistet sein den eigenen Körperschweiss und  die Feuchtigkeit aufzunehmen, zu neutralisieren und nach aussen an die Umwelt abzugeben.

Sie müssen sich möglichst schnell regenerieren, selbstreinigend und schmutzabweisend sein und dürfen bei einer erhöhten Feuchtigkeitsaufnahme sich nicht nasss anfühlen. Sie müssen  Regen und Schnee nach
unten ableiten, was durch die gröberen Deck- und Grannenhaare gewährleistet ist. Zugleich sorgt der Fettgehalt der Haare und Wollen für hydrophobe Eigenschaften und Schmutzunanfälligkeit.

Andererseits müssen Sie den Körper vor äußeren Hitze und Sonnenstrahlen mit Ihren Dämmeigenschaften schützen.

Sie müssen elastisch sein, langlebig sein, belastbar sein und sich nach Druck wieder selbst aufbauchen und regenerieren. Sie müssen für ausreichende Isolation und Dämmung und Temperaturausgleich sorgen wenn die Tiere auf einem kalten Boden schlafen.

Hohe Nachfrage, begrenztes Angebot
Der Anteil von Textilien, welche weltweit aus Schurwolle gefertigt werden beträgt nur 5 %.
Per Definition ist Schurwolle oder Wolle die Bezeichnung, welche eindeutig nur dem Schaf zugeodnet ist.

Der Anteil von Textilien welche weltweit aus Edelhaaren wie Alpaka, Cashmere, Kamelhaar, Seide, Angora oder Yak hergestellt werden, beträgt lediglich nur 0,5 % !

Dies zeigt wie exklusiv diese Produkte sind.

Weltweit werden jährlich Textilien aus

RohstoffeProzentMio Tonnenbei 7,2 Mrd. Menschen
kg/pro Kopf
Baumwolle48,76 %18,700 Mio Tonnen2,597 kg/Mensch
Synthetik45,64 %17,500 Mio Tonnen2,431 kg/Mensch
Schurwolle5,09 %1,954 Mio Tonnen0,271 kg/Mensch
Übrige0,53 %0,198 Mio Tonnen0,024 kg/Mensch

hergestellt.

Quelle Tabelle: IWTO

In diesem Zusammenhang ist leicht ersichtlich, dass für jeden Menschen immerhin ein leichter
Pullover in Schurwolle (rein theoretisch) gefertigt werden könnte.
Der überwiegende Teil der Wollen ist dafür im heutigen Kontext wohl zu grob und wird z.B. für die Fertigung von Teppichen in China verarbeitet.

 

Alpaka

Nach wie vor der Klassiker in Naturhaardecken und unser Bestseller.

Alpaka am Maccu Piccu in Peru

Alpaka am Maccu Piccu in Peru

BeAlpaka Skizzegriffserklärung
Das Llama ist größer und stämmiger als das Alpaka und wird vorwiegend als Lasttier eingesetzt. Das Llamahaar ist etwas brüchiger und spröder als das Alpakahaar. Wir verwenden deshalb nur das Alpakahaar. Das Heimatland der Alpakas ist Peru.
Das Alpaka als auch das Llama gehört zur Familie der Kamele.

Es existieren ca 3,5 Mio. Tiere. Die jährliche Produktion umfasst ca. 4 Mio kg /Jahr

Davon entfallen ca.

10-15 % Baby               22,5 Mikron
10 % Suri                     22,5 Mikron
60 % FS Feinspinning    25,5 Mikron
15 % Coarse                 30    Mikron und gröber

Der Begriff Babyalpaka bezieht sich auf Alpakahaar das besonders fein im Ursprung nach Feinheit und Farbe (sortiert) wird und einer durchschnittliche Feinheit von ca. 22, 5 Mikron (1 Mikron =1/1000mm) entspricht. Jüngere Tiere haben in der Regel auch feinere Haare als ausgewachsene Tiere. Neben dem Alter der Tiere kommt es aber auch auf die Fellpartie und die Züchtung an und den Lebensbedingungen (Klima) wie fein die Haare ausgeprägt sind. Laut Textilkennzeichnungsgesetz ist lediglich die Beschreibung Alpaka vorgesehen und wird als solches von uns auch so am Etikett deklariert.

An dieser Stelle ist anzumerken, dass oft damit beworben wird dass das Alpakahaar kein Lanolin enthält und deshalb für Allergiker besonders geeignet ist. Diese verklausulierte Beschreibung hat Alpakahaar mit all den positiven Eigenschaften überhaupt nicht als werbebildende Massnahme notwendig.

Erklärung: Als Lanolin wird das Wollfett oder Wachs der Schafe bezeichnet, welches an der Oberfläche der Haare oder Wolle anhaftet und beim Waschprozess reduziert wird und z.B. für Pflegeprodukte, Kosmetik oder Seifen weiterverarbeitet werden. Natürlich enthält Alpakahaar auch Fett. So gut wie alle Säugetiere haben Talgdrüsen, diese Talgdrüsen produzieren Fett und sorgen für eine geringe Anschmutzung des Tierfelles, weisen Regentropfen ab und lassen diese abperlen und schützen vor allem die Haut der Tiere vor dem Austrocknen. Im englisch angloamerikanischen Raum spricht man lediglich von greasy oder washed (-wool, -alpaka, -cashmere etc.). Der Fett und Schmutzanteil kann bei ungewaschener Wolle oder Alpaka bis zu 30 % betragen.

25 % der Schur wird in Peru selbst bis zum Fertigprodukt verarbeitet und zum Großteil an Touristen verkauft. Bei der Züchtung liegt die Betonung auf weiss, weil davon die kräftigen Farben gefärbt werden können.

24 naturtoene des alpakahaares, bild

Das Alpakahaar wird in Peru auf bis zu 26 Naturtönen sortiert (siehe oben).  Naturtöne gehen von weitgehend rein sortierten Tönen von weiss, creme, beige, braun, marone, schwarz (obere Reihe)

und von Melangetönen (meliert) von silber, grau, anthrazit, beige, braun, dunkelbraun.
untere Reihe).

Alpakahaar hat einen ausgeprägten Haarcharakter, ist glatt und geschmeidig und fühlt sich weich an. Eine weitere Besonderheit ist der edle natürliche Glanz.

Alpaka aus Peru mit cremefarbenem Fell

Erste Wahl für uns sind die gewebten Alpakadecken von Ritter Decken, welche über die entsprechenden Maschinen und das know how verfügen, damit die natürlichen Eigenschaften des Edelhaares voll zur Geltung kommen.

Babyalpaka: ca. 31 Euro/kg unversponnen

alpakaherde am Wasser

 

Kamelhaar

Der Klassiker bei Mänteln und Decken.

Mongolei, Nomaden mit Kamelen

Mongolei, Nomaden mit Kamelen

Kamel mit naturblondem Fell, Wueste Gobi

Wüste Gobi, Kamel mit naturblondem Fell

Skizze KamelHier sind wir schon bei den Edelhaaren. Das feine Kamelhaar kommt vorwiegend aus der Mongolei bei Alashan und aus China. Die Tiere werden von den Nomaden gehalten und leben rund um die Wüste Gobi, in der äußeren Mongolei, den chinesischen Provinzen Innere Mongolei, Ninshia, Gansu und Xingjang. Dies sind Gebiete mit extremem Klima, heißen Sommern und eisigen Wintern mit Temperaturschwankungen von 70 Grad. Das Kamel hat sich ebenso wie die Kaschmirziege diesem Klima angepasst. Das Fell besteht aus kurzem, weichen, wärmedämmendem Unterhaar und dem langen, groben Oberhaar, das Schnee und Regen abweist.
Die Kamele verlieren im Frühjahr das gesamte Fell bzw. stoßen es ab. Gelegentlich werden Tiere auch geschoren. Erzeugung pro Tier und Jahr: 4-5 kg

Weltproduktion: ca. 200.000 kg (die Angaben schwanken je nach Quellenangabe )

Wir verwenden für unsere Decken nur das sogenannte feine Babykamelhaar (das weiche Unterhaar) von 18-19,5 Mikron.

Feines Kamelhaar muss aufwändig enthaart werden. Durch einen mechanischen Prozess werden die groben Decken- und Grannenhaare von dem weichen Unterhaar aussortiert.

Das Kamelhaar lässt sich wirtschaftlich auf bis 2% grobe Grannenhaare enthaaren.

Das Kamelhaar besitzt eine hohe Festigkeit, lässt sich aufgrund der guten Länge leicht verspinnen und  besitzt einen schönen natürlichen Kamelfarbton. Naturblondes Babykamelhaar stammt von den Albino-Kamelen, ist sehr selten und nicht gebleicht. In Europa werden nur geringe Mengen angeboten und der Preis ist höher als bei den kamelfarbigen Qualitäten.

Die Qualität und der Preis/kg des unversponnen Kamelhaars liegt derzeit bei 8-42 Euro/kg
abhängig von:

Feinheit: 18,8-25 Mikron
Enthaarungsgrad: bis 2% möglich (Prozentualer Anteil an groben Decken-und Grannenhaaren)
Länge: in der Regel 35-50 mm (nur Unterhaar)
Farbe: kamelfarben, sehr geringe Mengen in naturblond
Nachfrage: hoch
Euro/Dollarkurs: ca. 18-34 Euro/kg je nach Feinheit

Kamelhaar eignet sich sehr gut für den Einsatz bei Decken, da es eine gute Länge und einen schönen natürlichen Farbton aufweist. Es ist angenehm fein und kann aufgrund der guten Friktionseigenschaften und der Länge des Kamelhaars mit niedriger Drehzahl ausgesponnen werden.  Dadurch erhält man ein schönes voluminöses Garn, das dann weiter für die Deckenherstellung verzwirnt wird. In der weiteren Verarbeitung benötigt man entsprechendes know how, damit das hochwertige Kamelhaar seine positiven Eigenschaften entfalten kann.
Kamelhaardecken sind Klassiker und wurden bereits als Luxusartikel im Luftschiff LZ 127 als
Decken für den gehobenen Standard verwendet.

 

Kaschmir

weiße Kaschmirziegen, Mongolei

Kaschmirziegen

Mongolei, Nomaden mit Kaschmirziegen

Mongolei, Nomaden mit Kaschmirziegen

Kaschmirziege SkizzeTip für alle Männer, die es sind oder die es gerne sein möchten: schenken Sie Ihrer Frau oder Freundin eine Ritter Kaschmirdecke, sie wird es Ihnen danken und begeistert sein.
Als echtem Outdoor-Abenteurer reicht Ihnen eine grobe Schurwoll- oder eine Yakdecke, die puristisch umkettelt ist. Und falls Sie sich persönlich doch für eine Kaschmirdecke entscheiden, sagen sie es einfach nicht weiter.

Als Kaschmir bezeichnet man das feine Unterhaar der Ziege. Die Kaschmirziege hat sich den extremen klimatischen Bedingungen in China, der Mongolei, dem Iran und Afghanistan angepasst.

Die Ziegen entwickeln nur das feine Unterhaar, wenn Sie den extremen klimatischen Bedingungen ausgesetzt sind, die dort herschen. Also eisigen Temparaturen in der Nacht und zum Teil heissen Tagen.

Weltproduktion 10 Mio. kg

ca. 45 % aus der Mongolei
ca. 45 % aus China
ca. 10 % aus Iran, Afghanistan, Türkei und Russland

Artikel aus Kaschmir sind Luxusartikel, die für ihre
Weichheit, Feinheit und Geschmeidigkeit bekannt sind.

Die qualitative Beurteilung von Kaschmir kann vereinfacht so dargestellt werden:

1. Länge  je länger desto teuerer, für Decken benötigt man mindestens eine Länge von 32 mm
2. Farbe   je heller desto teuerer, von hellen Farben können alle Buntfarben gefärbt werden
3. Feinheit je feiner desto teuerer, abhängig von prozentualen Anteil der Deck- und Grannenhaare und der Provenienz. Beste Qualitäten werden bis zu 0,2 % “enthaart”
4. Enthaarungsgrad korelliert mit der Feinheit
5  Anteil der Farbhaare, spielt bei weiß eine Rolle, wird gezählt in Stück/Gramm
5. Homogenität (Längenverteilung im Stapeldiagramm)
6. Provenienz
7  Stile
8. Reinheit

Diese qualitative Beurteilungen lassen sich ganz gut mit der Hand und  mit dem Auge vor der Weiterverarbeitung testen, erfordern aber ausreichende Erfahrung.

Geschätzte 40-50 % der Kaschmirs werden in China zu Fertigprodukten verarbeitet. Der eigene Bedarf an Luxusgütern wächst.
Ein Hauptartikel, der von China hauptsächlich nach Amerika exportiert wird, ist der Kaschmirpullover, der jedes Jahr vor Weihnachten bei Kaufhausketten auf dem Warentisch zur Verfügung steht. Preislich ist dagegen nichts einzuwenden. Persönlich habe ich mir aber einen teureren leichten Wollpullover einer bekannten Marke gekauft. Mit der Zielsetzung, dass er länger als eine Saison im Gebrauch sein soll.

Beste und längste Qualitäten gehen in Strickgarnprodukte.
In Italien um Biela (bekannt für hochfeine Kaschmirprodukte) werden bis zu 20 -25 %
der Weltproduktion verarbeitet. Firmen wie Loropiana wurden von der Edelmarke LVMH für 2 Mrd. Euro gekauft, um zu gewährleisten, dass dieses know how weiterhin in Italien für Mode und Luxusartikel zur Verfügung steht und gewinnbringend vermarktet wird..

Für Decken sind die Anforderungen an Kaschmir genauso hoch, weil eine gute Länge benötigt wird. Es soll ja ein Flor erzeugt werden und es muss noch eine ausreichende Verankerung im Grund gegeben sein.
Kurzes Kaschmir von z.B. 22 mm würde zum Teil in der Fertigung unter den Maschinen ausfallen, es würde nur eine geringe Festigkeit erzielt und es würde aufgrund der unzureichenden Länge schlecht im Grundgewebe verankert sein. Im Fachjargon heisst so etwas Schnupftabak… Zudem müsste man mit hohen Drehungsbeiwerten arbeiten, um eine ausreichende Festigkeit zu erhalten. Stark gedrehte Garne lassen sich schwieriger rauen und werden dann auch stärker beschädigt. Insofern ist Qualität bei der Auswahl von Kaschmir angesagt, vorausgesezt man will  die Preis und Qualitätsspirale nicht nach unten drehen.

Gute Produkte aus Kaschmir können nicht billig sein, weil bereits der qualitativ hochwertige  Rohstoff entsprechend teuer ist. Vergegenwärtigt man sich, dass für eine eine schöne Kaschmirdecke wie unser Artikel Kirman Schah, für die ca. 1,4 kg Kaschmir benötigt wird (also die rund 7-fache Menge wie für einen leichten Pullover aus Kaschmir), wird das schnell klar.

Nach der amerikanischen Definition muss Kaschmir feiner als 18,5 Mikron sein. Dies gewährleistet eine Abgrenzung zu den gröberen Kaschmirsorten und geht vom Ansatz her  in Ordnung.

Das Wollforschungsinstitut in Aachen (unter der ehemaligen Leitung von Dr. Phan) hat mit Hilfe der DNA-Analyse und mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops die strengsten Massstäbe angelegt und maßgebliche Entwicklungsarbeit für Beurteilung und Testmethoden geleistet. Auch wurden Oberflächenbeschaffenheit, Schuppenfrequenz und die Schuppenkantenhöhe sowie das Bild der Schuppenstruktur genau untersucht und den unterschiedlichen Feintierarten eindeutige Merkmale zugeordnet.

In Fachkreisen kursiert der Spruch: “alles was in Aachen als Kaschmir getestet wurde ist zweifelsfrei Kaschmir.”
Doch nicht alles was in Aachen als “nicht Kaschmir” getestet wurde, ist zweifelsfrei “nicht Kaschmir”.

Bis dato wurde das Kaschmir lediglich mit Hilfe der Feinheit und des mikroskopischen Bildes
untersucht, was eine entsprechende Erfahrung des Prüfers vorausgesetzt hat.
Insofern waren unterschiedliche Testergebnisse ein und desselben Prüfmusters nichts Ungewöhnliches.

Gute Rohstoff-Kaschmirhändler in Europa wissen durch Tests, durch Kontaktpersonen in China und aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit mit einzelnen Prüflaboren wie hoch die Verunreinigungen sind.

Erfahrungsgemäß werden zu kurzem weissen Kaschmir in z.B. 22 mm, das oft bei Stoffen in der Beimischung verwendet wird, aus China oft Wollanteile mit unterschiedlichen Prozentsätzen an gebleichte feinen Wollen, die noch gestreckt werden, beigemischt. Durch das Strecken und Bleichen der Wolle soll das Bild des Kaschmirs unter dem Mikroskop imitiert werden.
Ganz schön clever die Chinesen. Geht aber nur bei Laien durch.

Deshalb wird heute auch gleich “Kaschwool” in 100 % ehrlich angeboten, was nichts anderes ist als eine feine gebleichte Wolle, die noch zusätzlich gestreckt wird. Es soll Kaschmir imitieren.
Wem es gefällt, bitte, ich halte von modifizierten Wollen nicht viel, weil sie allein durch die Modifikation von den Eigenschaften nicht mehr überzeugen und letztendlich immer noch weit vom Original entfernt sind.

Hochwertige langstapelige Kaschmirsorten sind dagegen von Manipulationen kaum betroffen.

Yak (Wildrind)

Yak in der Mongolei

Jahrelang als Kaschmirersatz der Steppdeckenindustrie verschrien, darf es heute seinen wahren Namen nennen. Ritter Decken waren die Ersten, die das feine Yakhaar zu Decken verarbeitet haben und vor mehreren Jahren in den Markt eingeführt haben.

Ursprung: Mongolei, Tibet

Weltaufkommen
ca. 150000 kg

Yak SkizzeDas Yak lebt mit den Nomaden in der Mongolei und in den Hochländern von Tibet in Höhen von 3500-5000 m Höhe (und Nordwest-Kansas). Es wird dort als Lasttier verwendet und bewegt sich trotz seiner imposanten Erscheinung auch auf schmalen Bergpfaden ertaunlich geschickt. Aus der Milch des Yaks wird auch Butter erzeugt. Die oft ranzige Yakbutter wird in Tibet als Leckerchen und Energielieferant obligatorisch als Zusatz mit in den schwarzen Tee gegeben und schwimmt als Fettauge obenauf.
Der Dung des Yaktieres wird im getrockneten Zustand auch als Brennmaterial genutzt.

Das feine Unterhaar des Yaks wird bei uns zu Decken verarbeitet.
Es hat eine Feinheit von ca. 19 Mikron.

Länge: 28-35 mm (längere Qualitäten sind nur sehr schwer zu bekommen und gelangen wohl als     Kaschmir in den Handel)
Feinheit: 19-23 Mikron
Farbe: dunkelbraun

Bei entsprechendem know how bekommt man eine unverwechselbar feine Deckenqualität mit typisch dunkelbraunem Farbton.

Preis: derzeit ca. 34-38 Euro/kg für feine und ausreichend lange Qualitäten (ungesponnen). Abhängig vom Euro/Dollarkurs.

Enthaartes Yakhaar ist dem iranischen und afghanischen Kaschmir zum Verwechseln ähnlich und wurde entsprechend eingesetzt.

 

Schurwolle

Bergschaf aus Oesterreich

Österreichisches Bergschaf, Bild: Fabian Kraekel

Schaf gezeichnetAls Schurwolle bezeichnet man Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wird.
Haupterzeugerländer sind Australien, die Sowjetunion, Neuseeland und Südamerika (Chile, Argentinien, Bolivien) und mit etwas Abstand Großbritannien.
Die gröberen und strapazierfähigen Wollen, wie sie z.B. auch in England vorhanden sind, können in Tweeds und Sakkos verarbeitet werden.

Alle nicht aufgeführten Länder spielen als “Wolllieferanten” eher eine untergeordnete Rolle, obwohl es fast überall Schafe gibt. Schafe werden neben der Wollgewinnung auch als Nutztiere für die Fleisch-, Milch- und Lederproduktion gehalten. Schafe sind wahrscheinlich das älteste Haustier des Menschen. Domestiziert wurden sie vermutlich vor 9000 – 11000 Jahren.

Relevant für unsere Decken sind eher die feinen Wollen aus Australien, mit einer Feinheit von
18,5 – 21,5 Micron.

Russische Wollen sind mit einer durchschnittlichen Feinheit von ca. 22 Micron zwar auch fein, sie haben aber oft viele Stichelhaare (tote Haare), die nicht anfärben. Kauft man diese lots in z.B. 22 Micron, dann erhält man eine große Streuung der Feinheit. D.h. man bekommt eine Mischung aus gröberen und feineren Haaren, was ein deutlicher Nachteil ist, weil vom Feinheitsempfinden immer die gröberen Haare dominieren. Für unsere Decken verwenden wir diese Wollen nicht, zumal Sie meist einen relativ einen hohen Vegetabilienanteil enthalten und carbonisiert werden müssen.
Die so behandelten Wollen verlieren an Haptik, Elastizität und Festigkeit.

Eine besondere Rolle spielen die Wollen aus Südafrika (Cape wools), die auch relativ fein und sauber sind und sich gut zum Filzen eignen. Ihre Vorteile spielen diese Wollen bei Walkloden aus, hier werden sie gerne als Beimischung verwendet.

In Deutschland haben die Schafe eine Feinheit zwischen 25-40 Mikron.
Prinzipiell kommt es immer darauf an, was man erreichen will.

Gröbere Wollen können eingesetzt werden, um einen schönen, stand- und strapazierfesten Flor zu erzeugen, der bei Teppichen erwünscht ist.

Für die Beurteilung und Wertigkeit von Wollen sind die 12 weiter unten aufgeführten Parameter massgeblich.
Je nach Verwendungszweck werden dann entsprechende Wollen verwendet.

Qualitative Beurteilung von Wolle

 

  1. Feinheit und Gleichmässigkeit (18 Mikron – 40 Mikron)
  2. Verunreinigungen (Vegetabilien, Kletten) unter 0,3-0,5 % (VM) bei Waschwollen sehr sauber
  3. Farbe
  4. Länge
  5. Farbhaare (dunkle Haare, schlecht bei Pastellfärbungen oder weiß)
  6. Lammwolle oder Schurwolle
    (Lammwolle ist die erste Schur, feiner und kürzer, das ungeschorene Ende läuft fein aus) gekämmt (mechanische Auskämmung von Vegetabilien und Kurzfasern), gut für helle Töne
  7. Festigkeit
  8. Provenienz
  9. vom lebenden Schaf (Schurwolle),
  10. behandelt (Flockekarbonisur), abgeschwitzt (vom Fell des toten Schafes nach der Schlachtung)
  11. Bauschigkeit (wichtig bei Füllungen oder Artikeln, bei denen eine hohe Bauschigkeit gewünscht ist)
  12. Haptik
  13. Evtl. Steinkletten, Farbmarkierungen, Stichelhaare (schlecht)
  14. Preisrange (3,60 Euro/kg – 40 Euro/kg Flocke  -noch nicht versponnenes Material)

Wir verwenden ausschließlich Lammwolle aus Australien mit einem niedrigen Vegetabiliengehalt von unter 0,5 % und sauberem Kammschleier (gekämmte Wolle) mit einer Feinheit zwischen 18,5-21,5 Mikron.

Für bestimmte Artikel verarbeiten wir auch Deutsche Wolle vom Rhönschaf oder vom Schweizer Bergschaf. Diese Wollen sind zwar wesentlich gröber, haben aber Ihren spezifischen Reiz.

Für den Laien sei hier nur erwähnt: Wolle ist nicht gleich Wolle!
Verlassen Sie sich einfach auf Ihr Gefühl, die Marke oder fragen Sie nach.
Wenn Hersteller Kaufgarne aus bestehenden Sortimenten verarbeiten, wissen sie nicht genau, welche Wollen enthalten sind, bzw. sind sie auf die Information des Garn- oder Vorlieferanten angewiesen. Wenn sie selbst Wolle kaufen und selbst spinnen, haben sie den Vorteil, dass sie wissen, welcher Rohstoff verarbeitet wurde.

Querschnitt und Aufbau eines Wollhaares mit Beschreibung der Merkmale, Quelle IWTO

Für weitergehende Information verweisen wir Sie auf den Link der IWTO (International Wool Textile Organisation) http://www.iwto.org/

Mohair

mohairziege

leicht, luxuriös, weich, fließend in edel leuchtenden Farben setzt sich das Edelhaar
mit seinem ganz eigenem Charme in Szene.

Mohair, besitzt einen ganz eigenen Charakter und weist einen dezenten natürlicher Glanz auf.
Als Mohair bezeichnet man das Haar, das von der Mohairziege kommt.
Das Haar der Mohairziege besitzt eine relativ glatte Oberfläche. Deshalb hat es die Eigenschaft
Lichtstrahlen gut zu reflektieren und besitzt deshalb einen edlen natürlichen Glanz.

Derzeit scheint es so, dass Mohair immer beliebter wird. Ob als Handstrickgarn für Pullover,
als hochwertiges Accessoire, als Schal, in Form von duftigen leichten Strickwaren oder in Form von farbenfrohen Plaids und Decken für den Wohnbereich.

Brilliante Färbungen
Färbungen erscheinen auf  Mohair edel brilliant, was Ihn auch als Modeartikel attraktiv macht.
Der natürliche Farbton ist creme. Deshalb wird nicht nach der Farbe sortiert, sondern nach der
Feinheit.

Feinheit
Die Feinheit von Mohair liegt zwischen 24-40 Mikron, je nach Alter und Fellpartie. Je jünger die Tiere sind desto feiner ist das Haar. Je feiner das Mohir, umso lockiger kommt es daher.

Leichter Luxus
Mohair weist eine niedrigere spezifische Dichte als Wolle auf und fühlt sich deshalb leicht an.

Hauptsächlich Südafrika, im mediteranen Klima fühlt sich die Mohairziege wohl und ist
Bestens an dieses Klima angepasst.

Preise ca. 20-40 Euro/kg, je nach Feinheit und Ausführung, gewaschen oder im Kammzug.

Die Weltproduktion an Mohair ging seit den 80/90 er Jahren immer mehr zurück und
die Farmer litten an den niedrigen Rohstoffpreisen von Mohair und haben andere Betätigungs-
felder gesucht.

Die derzeit höhere Nachfrage nach Luxus Naturhaaren mit Ihren spezifischen Eigenschaften,
und dem niedrigen Angebot andererseits, lassen die Preise anziehen und der Verkauf von Mohair
erscheint wieder attraktiver für die Farmer.

Mohairplüsch der langlebige Klassiker
Weltbekannt ist der hochwertige Mohairplüsch für Sitzbezüge, Sofas oder Esszimmerstühle.
Die Langlebigkeit, der Komfort, und der seidenähnlichem Glanz sowie die physiologischen
Eigenschaften sind einzigartig. Vor allem das etwas gröbere Mohair konnte hier Punkten. In der Regel sieht man auch nach 30 Jahren visuell keinen Verschleiß oder Abnützungsspuren.
Durch den sich ändernden Zeitgeschmack ist der Mohairplüsch fast unsichtbar
geworden und wurde durch Polyester-, Wolle oder Mischungen weitgehend ersetzt.

Weltbekannt sind auch die Teddybären von Richard Steiff, der als erstes im Jahre 1902 das
exklusive Material in der Form von gewebten Mohair-Webpelz als Fell für den Klassiker entdeckt hat.

Erzeugerländer von Mohair, Stand ca. 1990

Südafrika      11.500 Tonnen
Texas:             7.300 Tonnen
Türkey:          3.000 Tonnen
Argentinien:   1.000 Tonnen
……………………………………………………………………………………………………………………..

hier die aktuellen Schätzungen der Fa. Stucken Stand März 2018

Süd Afrika:    2.300 Tonnen
Lesotho:           700 Tonnen
Texas:               200 Tonnen
Australien:        200 Tonnen
Argentinien:     300 Tonnen
Türkey:            300 Tonnen

Weltweit: 4.000-4.500 Tonnen

vor 10 Jahren waren es in Südafrika ca. 3000-3200 Tonnen
In den 1980er Jahren waren es sowohl in Südafrika als auch in Texas allein 10.000 Tonnen

Preise
Mohair Kammzug 25/26 Mikron: 38,50 Euro/kg
Mohair Kammzug 28/29 Mikron: 33,50 Euro/kg
Mohair gewaschenes Kap Kid Mohair 25/7 Mikron: 25,50 Euro/kg
Mohair gewaschenes Kap Mohair 29/31 Mikron: 21,00 Euro/kg

………………………………………………………………………………………………………………………

Feinheiten: Kids (Lämmer)            24-29 Mikron
Young Goats (Jungziegen)             30-33 Mikron
Adults (ausgewachsene Ziegen)    34-40 Mikron

Länge: Südafrika und Texas           70-90   mm
Türkei                                             80-120 mm

Erzeugung pro Tier und Jahr
Südafrika und Texas:                       3-4 kg
Türkei und Argentinien:                  1,5-2 kg

Seide

Seidenkokons des Maulbeerspinners

Fashion and Homeware
Aus Seide werden in erster Linie fließend, leichte, dünne Gewebe hergestellt.
Ihren Einsatz finden Sie bei Schals,  Blusen, Hemden, Tücher, Kravatten aber auch als Füllmaterial
in der Steppdecken-Industrie, bekannt als Wildseiden-Füllungen für leichte Seiden-Sommerdecken.

Die Wildseiden-Sommerdecke als Steppbett mit Seidenfüllung
Diese werden zahlreich Im Bettwaren Sortiment als leichte Stepp- oder Bettdecken mit Seidenfüllungen
angeboten und probagiert. Eine große Auswahl findet sich Im Bettenfachhandel, bei Bettenfach-Versendern, großen Online-Portalen bis zu preisagressiven vereinzelten Angeboten meist mit Beimischungen bei Discountern.

Die Wildseide (Tussahseide) weist einen geringeren Eigengeruch als Maulbeerseide auf
und wird bei Steppdecken deshalb bevorzugt und zum Teil sehr preisaggressiv angeboten.
Wie ist das möglich, wir kennen doch Seide als relativ teuren Luxusartikel?

Für Seidenfüllungen wird in der Regel der preiswertere Tussah (Wildseiden)-Kämmlinge verwendet.
Dieser fällt in der Kämmerei an, wenn der Kurzfaseranteil, Noppen und Verunreinigungen ausgekämmt
werden. Aus diesem Tussahkämmling wird dann in einem weiteren Arbeitsschritt über Krempeln ein volumiöseres Faservlies erzeugt, welches als Inlet dient.
Der Vorteil der Waschbarkeit von Seide (auch wenn der Kämmling etwas gröber ist), greift hier leider nicht wirklich, weil das Faservlies in Verbindung mit Wasser und einer Wäsche zusammenfällt. Seide besitzt als hochfeine Faser nur eine geringe Bauschkraft, und fühlt sich von Haus aus relativ flach und hart an.
Oft wird versucht durch Beimischung von Baumwolle ein höheres Volumen zu vermitteln.
Die Bauschkraft von Baumwolle ist aber ebenfalls gering.
Es mag ja sein, dass diese dünnen Decken für den Sommer geeignet sind und die Verbraucher zufrieden
nd glücklich sind. Klimatechnisch geht das in Ordnung. Zumal auch in Art und Weise der Bezugsstoff der Steppdecke, meist aus Baumwolle ebenfalls ein Qualitätskriterium ist.

Aus meiner persönlichen Sichtweise, entfaltet die Seide mit Ihren charakteristischen Merkmalen
wie man sie normalerweise sieht, kennt und wahrnimmt, also deren hohe Festigkeit und Feinheit mit der Möglichkeit sehr feine Garne zu spinnen für Beispielsweise leichte Tücher mit strahlenden Farben wesentlich besser.

Seide besitzt eine andere Farbaffinität wie Wolle, deshalb können auch Decken oder Gewebe mit Musterungen erzeugt werden, welche erst nach dem Färbeprozess sichtbar werden. (Differential -Dying).

Seidenglanz
Seide besitzt wegen Ihres dreieckigen Querschnittes gute Licht-Reflexionseigenschaften, das ist der Grund weshalb die Farben auf Seide so gut zur Geltung kommen.

Keratinfaser (tierischen Ursprungs, Erzeugung)
Seide ist eine Keratinfaser (tierische Faser) der aus dem Kokon der Seidenraupe erzeugt wird.

Abhaspeln und Erzeugung
Eine Besonderheit ist, das die Seide endlos ist und durch das abhaspeln der Konkonsfäden der Seidenraupe oder Schmetterlingsraupe erzeugt werden, indem die Konkons der Raupen in einen großen Behälter mit heissem Wasser geworfen werden. Die Fäden des Konkons lösen sich dabei vom Kokon. Diese gesammelten Fäden werden z.B mit einem Holzstab im heissen Wasser abgegriffen und die Fäden über eine Rolle gezogen und auf einer Haspel aufgerollt. Seide bezeichnet man deshalb auch als eine Endlosfaser.

Entbastung und Nachbehandlung
Erst durch den Entbastungsprozess bzw Entfernung des Serizins (auch Seidenleim, Bast, natürlicher Klebstoff) und durch die anschließenden Erschwerung mit Metallsalzen erhält die Seide Volumen, Fülligkeit und Glanz.
das Fibroin stellt den eigentlichen Faden dar.

Farbe und Oberfächenbeschaffenheit, waschbar
Maulbeerseide ist weiss, hat keine Schuppenstruktur, ist sozusagen glatt und kann deshalb problemlos
gewaschen werden. Deshalb hat Seide keine Filzeigenschaften (was eine Schuppenstruktur voraussetzt). Im Prinzip ähnlich einer Synthetikfaser oder Pflanzenfaser.

Echtheit Prüfung
Um Seide von unechter Seide zu prüfen genügt es, wenn Sie 2 Stofflagen gegeneinander mit Druck
zwischen Daumen und Zeigefinger anneinanderreiben. Sie hören dann ein leichtes knirschen, was kennzeichnend für Seide ist. Zünden Sie einen Seidenfaden an, so erlischt das Feuer selbstständig
und sie nehmen einen nach Horn verbrannten Geruch wahr. Ähnlich wie beim verbrennen eines Haares.
Der Querschnitt der Seide ist dreieckig (Mikroskop sichtbar)

Hohe Festigkeit
Die Seide besitzt eine hohe Festigkeit und Feinheit. Deshalb wurde Seide zwischen 1850-1947 für dicht und luftundurchlässige Gewebe zur Bespannung von Luftschiffen, Ballons und Fallschirmen verwendet.

Ersatz für Seide
Erst ab 1947 wurde Polyester von Du Pont  hergestellt und ersetzte die Seide für Funktionstextilien,
weil Polyester entsprechend preiswerter und industriell hergestellt werden konnte.

Prinzip der Seidengewinnung vor 5000 Jahren
Maulbeerseide: Der Kokonfaden des Maulbeerspinners war bereits vor 5000 Jahren bekannt.
Zur Herstellung von 250 Gramm Seide werden in etwa 1 kg Kokons benötigt was einer Menge von ca. 3000 Kokons entspricht. Noch heute werden Kimonos aus Seide hergestellt.

Weltproduktion: 30.000 Tonnen
Erzeugerländer: Japan ca 50 %, China, Indochina, Persien, Griechenland, Italien und Frankreich
Feinheit 8-15 Mikron (Doppelfaden)
Querschnitt: dreieckig.

Preise Stand März 2018, Quelle: Stucken:

Maulbeerseide, gechnitten ca. 35 Euro/kg,
Tussahseide (Wildseide) gebleicht, geschnitten ca. 28,50 Euro/kg
Tussahkämmling (Wildseide) ca. 14 Euro/kg